
Zum Innehalten:
"Nichts ist offensicht-licher als das Geheime, nichts ist sichtbarer als das ganz Kleine.
Aus diesem Grund achtet der Edle Mensch auf sein Verhalten, auch wenn er alleine ist." (Konfutse)
Formen und Übungssysteme
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen von Qigong:
Bei Übungen in Bewegung (Dong Gong) bilden bewusste Körperbewegungen in einem Zustand von innerer Harmonie den Schwerpunkt.
Bei Übungen in Ruhe (Jing Gong) steht die Konzentration auf Atmung, Geist und Ruhe im Vordergrund.
Verschiedene Übungssysteme bieten unterschiedliche Ansätze für den Übenden. Je nach Stimmung, Notwendigkeit oder einfach Lust kann man aus der Vielfalt auswählen.
- Medizinisches Qigong
- Ba Duan Jin – Acht Brokate Übung
- Sechs Heilende Laute
- Yi Jin Jing
- Himmel Erde Finger
- Yin Yang Hände
- Meridian-Übungen

Medizinisches Qigong
Medizinisches Qigong hat eine ebenso lange Geschichte wie die Traditionelle Chinesische Medizin. Schwerpunkt sind hier Übungen zur Krankheitsvorbeugung. Die Übungen basieren auf der Theorie der Meridiane und den fünf Elementen und wirken gezielt auf die verschiedenen inneren Organe.
Mit diesen Übungen ist es möglich gezielt Organ- bzw. Meridian-paare energetisch zu stärken. Es werden die Selbstheilungskräfte im Körper in Gang gesetzt, Vitalität und Lebensqualität steigen.
Ba Duan Jin - Acht Brokate Übung
Die Acht Brokate, oder auch Ba Duan Jin, sind sowohl in China als auch im Ausland ein sehr verbreitetes Übungssystem. Dieses Qigong wurde vom einfachen chinesischen Volk vor mehr als drei Jahrhunderten entwickelt. Die Acht Brokate gehören zu jenen Qigong Formen, die als erste in Europa unterrichtet wurden.
Sie gehören zu den Standardübungen von verschiedenen
Qigong Schulen.
Die Acht Brokate Übungen dehnen Muskeln, Sehnen, Bänder und verbessern die Blutzirkulation im gesamten Körper. Es wird die Stabilität und Beweglichkeit der Übenden gefördert. Fehlhaltungen der Wirbelsäule werden korrigiert, die Atmung wird wie von selbst langsam und tief. Qigong beruhigt den Geist, verbessert die Konzentration und Bewegungskoordination.
Sechs Heilende Laute
Auch Töne und deren Schwingungen haben eine Wirkung auf unser Wohlbefinden. Dies wurde in China auch schon im 6. Jahrhundert nach Christi erkannt. Der Arzt Sun Simiao entwickelte das System der „Liu Zi Jue“, der Sechs Heilenden Laute. In Kombination mit sanften und einfachen Bewegungen wirken diese Übungen direkt auf die inneren Organe. Die Sechs Heilenden Laute regen den Qi-Fluss im Körper an und lösen innere Spannungen. Ihrem Ursprung nach werden sie dem daoistischen Qigong zugeordnet.

Yi Jin Jing
Muskel, Knochen und Sehen stärken
Bei Yi Jin Jing steht die körperliche Wirkung im Vordergrund. Durch gezielte harmonische Abfolgen von unterschiedlichen Bewegungen, die sanft aber doch effektiv sind, wird der Körper gestärkt und entspannt. Yi Jin Jing besteht vorwiegend aus einem wechselnden Anspannen und Entspannen einzelner Muskelpartien.
Yi Jin Jing Qigong transformiert und vitalisiert das gesamte Körpersystem, insbesondere die Muskeln, Sehnen und Bänder, die Atmung, das Kreislaufsystem und auch die Psyche. Yi Jin Jing ist eine der ältesten Qigong-Übungen und gehen auf den buddhistischen Mönch Bodhi Dharma zurück. Wie bei vielen anderen chinesischen Qigong-Traditionen wird der Qi-Fluss verbessert.
Himmel Erde Finger
Diese daoistische Qigong-Übung besteht aus zwölf Einzelübungen, die in mehrfacher Wiederholung praktiziert wird. Auf sanfte Weise werden die inneren Organe gestärkt, der Fluss des Yin und Yang harmonisiert und das Immunsystem gestärkt. Die Bewegungen werden mit gezielter Atem-Konzentration auf verschiedene Qigong-Punkte durchgeführt. Hier spürt man schon beim Zuschauen, dass bei dieser Übung die inneren Kräfte geweckt werden.

Yin Yang Hände
Die harmonische Übung aus dem daoistischen Qigong zielt darauf ab den Qi-Fluss im gesamten Körper zu regulieren. Durch Konzentration auf Handflächen, Fingerspitzen und die Atmung stellt sich schnell tiefe Entspannung ein und man fühlt sich nach der Übung frisch und gestärkt.
Meridian-Übungen
Dem medizinischen Qigong zugeordnet, liegt die Konzentration auf den 12 Haupt-Meridianen. In meist stillen Konzentrations-Übungen wird der Qi-Fluss gedanklich an den Meridianverläufen entlang gelenkt. Sanfte Musik unterstützt dabei die Vorstellung.



